Sehenswrdigkeiten in Warschau
Wer heute Rynek Starego Miasta, den Marktplatz der Altstadt betritt, kann sich kaum vorstellen, dass dieses Viertel 1945 vollständig in Schutt und Asche lag. Bereits 1953 war der Wiederaufbau im alten Stil abgeschlossen. Das Viertel steht als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO. Die ursprünglichen Bauten stammen meistens aus dem 16. und 17. Jahrhundert und heben sich durch unterschiedliche Fassadengestaltungen voneinander ab. Viele Geschäfte, Restaurants und Kaffeehäuser haben eine lange Tradition. Die Weinstube Winiarnia Fukierowska existiert bereits 300 Jahre. In den Sommermonaten trifft man sich in einem der vielen Terrassencafés.
Am Schlossplatz beginnt der Königsweg zum Schloss Wilanów am Stadtrand von Warszawa. Der Weg führt durch die Straße Krakowskie Przedmiescie mit sehenswerten barocken Bauten, die beliebte Einkaufsstraße Nowy Swiat und die Ujazdowskie-Allee im Regierungs- und Botschaftsviertel. Stationen auf der Route sind das klassizistische Palais der Familie Radziwill, in dem heute der Präsident residiert, sowie das Hauptgebäude der 1818 gegründeten Universität.
Das Königsschloss am Plac Zamkowy wurde bis 1984 vollständig wieder aufgebaut. Ehemals gehörte das Schloss den Fürsten von Masowien, Ende des 16. Jahrhunderts wurde es zur königlichen Residenz umgebaut. Direkt davor steht das älteste Denkmal der Stadt, die eindrucksvolle Säule des Königs Sigismund III. Wasa aus dem Jahre 1644. Einige hübsche Bürgerhäuser komplettieren das bedeutende Ensemble.
Zu den schönsten Plätze im Stadtzentrum gehört der Plac Teatralny. Hier befindet sich das im 19. Jahrhundert von Antonio Corazzi entworfene Teatr Wielki, die Spielstätte der Warschauer Oper (Foto oben) mit rund 2000 Sitzplätzen. Gegenüber wurde das Alte Rathaus wieder aufgebaut. Hinter den historischen Fassaden richtete sich eine Bank ein. Rund um den Platz gibt es viele schicke Lokale.
Am Ende der Ujazdowskie-Allee liegt das klassizistische Palais Belvedere, heute das Gäste- und Empfangsgebäude des Staatspräsidenten. Von dort sind es noch einige Kilometer bis zum Ende des Königswegs am Park und Schloss Wilanów. Das Ende des 17. Jahrhunderts zur königlichen Residenz umgebaute Schloss gilt als schönster Barockbau Polens. Historische Stilmöbel, eine wertvolle Sammlung polnischer Porträtmalereien und alte Stadtansichten von Canaletto schmücken die Innenräume.
In Warschau lebte einst eine der größten jüdischen Gemeinden Europas. Jüdische Spuren wurden zum größten Teil zur Zeit der Nazidiktatur ausgelöscht. Von den drei Synagogen im ehemaligen Getto blieb nur die Nozyk-Synagoge erhalten, die heute von der Jüdischen Gemeinde genutzt wird. Ganz in der Nähe befindet sich am Pl. Grzybowski das Jüdische Theater. An der ul. Zamenhofa entstand ein Denkmal für die Helden des Gettos. Von dort führt ein Gedenkpfad zum so genannten Umschlagplatz, von dem aus die Juden in die Vernichtungslager transportiert wurden.
Mit 234 Metern ist der Kulturpalast am Plac Defilad das höchste Gebäude der Stadt. Das vor 50 Jahren fertiggestellte Bauwerk war ein Geschenk Stalins, deshalb ist es bei vielen Warschauern unbeliebt. Ein Ring von neuen Glaspalästen umringt heute den im Zuckerbäckerstil gebauten Palast. Dessen 3288 Räume werden zum Teil kulturell genutzt. Unter anderem findet hier die jährliche Buchmesse und das bekannte „Jazz-Jamboree" statt. Im Inneren befindet sich seit kurzem das Restaurant „Kabul". Man serviert in stilvollem Ambiente afghanischen Spezialitäten. Von der Aussichtsplattform im 30. Stock bietet sich der beste Blick auf die Stadt.
Das östliche Stadtviertel Praga dominieren lange Mietskasernen aus dem 19. Jahrhundert, die oft nicht im besten Zustand sind. Lange Zeit galt das Viertel als verrufen; in den letzten Jahren haben viele Künstler und Studenten sich hier nieder gelassen und Teile des Viertels wurden saniert. Größte Attraktion des Viertels ist der Russenmarkt im Stadion Dziesiolecia. Tausende von Händlern aus Osteuropa preisen auf dem größten Basar ihre Waren an. Sehenswert sind auch der 1928 gegründete Zoologische Garten an der ul. Ratuszowa und die russisch orthodoxe Kirche Maria Magdalena an der al. Solidarnosci. |
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